2 : 5

Deportivo Nacional - FCPW Reserve

18.10.2015 place Nord-Wien
('19) ('77)
Johannes Arends ('25) Dominik Kögel ('29) Ludwig Baldaszti ('33) David Kadlez ('44) Dominik Kögel ('62)

Deportivo Nacional – FCPW Reserve

Sonntag, 18.10.2015. Anstoß um 10:00 (und damit für den Großteil der FCPW-Reserve mitten in der Nacht).

Am letzten, wunderbar nebligen Sonntagmorgen hatte die Reserve das große Los gezogen und durfte, wie bereits beschrieben, frühmorgens zum Auswärtsspiel bei Deportivo Nacional am Nord-Wien-Platz antreten. Mit genau 11 Mann im Kader, die aber zusammen das Kriterium von Sammy Drechsel erfüllten – nämlich 11 Freunde zu sein -, galt es, diese Aufgabe zu bewältigen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Spiele gegen Mannschaften aus Lateinamerika, und meist gab es in diesen Partien viele Tore zu sehen. Häufig ging der FCPW dabei als Sieger vom Platz. Das Spiel gegen den FC Panda, welches vor Kurzem jedoch 4:5 verloren wurde, warf seine Schatten aus und so hielt man sich mit Hoffnungen auf einen Kantersieg zunächst zurück.

Der Schiedsrichter pfiff das Spiel also (fast) pünktlich an und von der ersten Sekunde war wunderschön zu sehen, was in den letzten Wochen und Monaten im Training gepredigt wurde: Konsequente Offensivstärke durch konzentriertes Herausspielen aus der Abwehr. Es wurde gut verschoben, Passmöglichkeiten boten sich noch und nöcher an und der Ball spulte seelenruhig seine Kilometer innerhalb der blauweißen Reihen ab – es war wunderschön anzuschauen. Die Verteidigung um Libero Stefan “Gemeindebau-Gerrard” Kalnoky gewann souverän ihre Zweikämpfe und klärte knappe Duelle zum Seitenout oder zum Eckball.

Mit schätzungsweise bis zu 80% Ballbesitz galt es also früh in der ersten Halbzeit, den Rückstand aufzuholen.. welchen Rückstand, fragt ihr? Aufmerksamen Lesern ist aufgefallen, dass es mindestens einen Eckball gegen uns gab. Nachdem die Raumdeckung im eigenen Strafraum nach zwei Jahren immer noch Schwächen aufweist, bedeutet dies in fast jedem Spiel einen Gegentreffer bei Eckbällen – so auch am Sonntag. Nachdem der Ball im Fünfmeterraum zu Boden fiel, behielt ein Deportivo-Spieler die Überhand bzw. den Überfuß und spitzelte den Ball zum 1:0 ins Paulaner-Tor.

Nach ein paar aufmunternden Worten ließ die Reserve dann aber ihrer Dominanz Tore folgen: Der spätere Man of the Match, Dominik Kögel, setzte sich auf der Seite durch, behielt die Übersicht und spielte einen idealen Querpass auf den frei stehenden Johannes Arends, der nur noch einzuschieben brauchte – Ausgleich nur sechs Minuten nach dem Rückstand.

Wer die jungen Wilden der Reserve kennt, weiß jedoch, dass damit nicht genug war. Wieder war es Dominik Kögel, der sich diesmal auf der linken Seite einen hohen Ball gut mitnahm, die Position des Torhüters erfasste und mit dem linken Fuß abzog.. was normalerweise in einem Einwurf für den Gegner endet, wandelte sich diesmal in einen unhaltbaren Schuss, der via Innenstange ins kurze Eck fand – 2:1!

Jetzt war die Mannschaft auf den Geschmack gekommen: Während defensiv nicht einmal der Hauch einer gefährlichen Situation zu erahnen war, dominierte man in der Offensive nach Belieben. Einmal mehr unser MotM, Dominik, der sich im Solo gegen drei Gegenspieler durchsetzte und kurz vor dem Goalie noch auf den mitlaufenden Ludwig Baldaszti ablegte – auch hier musste nur noch der Schuh hingehalten werden, denn so leicht geht Fußball!

Kurz vor Pausenpfiff dann die Vorentscheidung: Quasi spiegelverkehrt zum ersten Tor kam der Querpass wieder von – drei mal dürft ihr raten! – und David Kadlez trug sich in die Torschützenliste ein. Kurz danach verschaffte der Schiedsrichter sich und dem Gegner eine kleine Pause. Die statische Überprüfung ergab zur Verwunderung aller, dass der Platz nicht schief war. (Anm. d. Red.)

 

Nach kurzer Verschnaufpause ging es in den zweiten Durchgang, wo sich ein ähnliches Bild wie in der ersten Halbzeit bot: Blau-Weiße Dominanz gegen blütenweiße Verzweiflung.

Dies äußerte sich auch in der 62. Minute, als der Goleador des FCPW die mittlerweile hilflose Verteidigung aussteigen ließ, seelenruhig auf den Schlussmann zulief – und ebenso seelenruhig den Ball einschieben konnte. Kontostand von DK7 bis dahin: 3 Assists, 2 Tore. Mach das mal nach, Cristiano!

Während die Offensive mehr und mehr versuchte, Spielzüge fürs Selbstvertrauen zu unternehmen, blieb die defensive Stabilität durch Christian Koppensteiner, Stefan Kalnoky und Philipp Greimel gewahrt. Sogar die Abseitsfalle funktionierte! .. Absichtlich! .. Wirklich! ..

.. bis natürlich auf den Gegentreffer zum 2:5. Fairerweise muss man aber sagen, dass der einleitende Pass dieser Aktion von Daniel Laubenstein kam. Wer sich wundert, ob das FCPW-Urgestein Mannschaft gewechselt hat, der irrt freilich. Alles weitere möchten wir gerne unkommentiert lassen.

Am Ende des Tages (11:45, also die eigentliche Weckzeit für einige der FCPW-Youngsters) standen also 3 Punkte, ein mehr als eindeutiger Man of the Match und eine überglückliche, blau-weiße Truppe, die den Spaß am Fußball in vollen Zügen genießen konnte und nebenbei auch taktisch eine mehr als gute Figur machte.

So geht Amateurfußball! :)

(PG)


Reserve Spielbericht